Freitag, 30. Dezember 2016

Erdnussbutterfrosting // für Muffins // Torten

Stehst du auf Snickers? Wenn ja muss du unbedingt diese Schoko-Erdnussbutter-Kreation ausprobieren, für die ich dir heute das Frosting zeige!
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Wir brauchen:
Schokokuchen oder Muffins
2 El Erdnussbutter (cremig)
100g Magarine
4-5 Päckchen Vanellinzucker
1 Tl Karamellsirup/soße
Handrührgerät
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Das Erdnussbutterfrosting ist wirklich kein großer Aufwand, verschönert deine Schokounterlage aber im Handumdrehen und wertet sie ganz toll auf!
Zunächst ein mal nimmst du die weiche Magarine und schlägst sie mit dem Handrührgerät etwa drei Minuten bis sie cremig und deutlich heller geworden ist. Anschließend gibst du den Vanellinzucker hinzu und rührst gute 2 Minuten weiter. Dann kann auch schon die Erdnusbutter und die Karamellsoße untergehoben werden und schlussendlich rührst du die Mischung nochmal gute 2-3 Minuten mit dem Handgerät durch, bis eine richtig schöne einheitliche und cremige Masse entstanden ist. Diese kommt jetzt nochmal für etwa 30, gerne auch 60, Minuten in den Kühlschrank, wo sie wieder etwas fester und stabiler werden kann.

Nun kannst du die Créme in einen Spritzbeutel tun und damit deinen Schokokuchen oder deine Muffins verzieren. Natürlich kannst du auch zusätzlich noch ein bisschen Karamellsoße, Schokoraspeln oder sogar Erdnüsse drüber streuen. Das Backstück erinnert wirklich stark an Snickers, ist mal ein bisschen was anderes und geht super leicht.





Dienstag, 20. Dezember 2016

Drei Minuten

Nie im Traum hätte ich mir ausgemalt, dass ich auf ÜberlebensKunst tatsächlich mal einen Beitrag über das Überleben schreiben würde. Dies hier ist der vermutlich intimste Beitrag, den ich je veröffentlicht habe. Manchmal erzähle ich Leuten, dass ich gerne Journalistin wäre und direkt vom Geschehen berichten würde. Jetzt habe ich die Chance dazu und es fühlt sich nicht so gut an, wie ich es gedacht hatte.
Wenn ich heute die vielen Artikel und Informationen zum Anschlag gestern auf dem Breitscheidplatz in Berlin lese, fühlt sich alles fern und taub an. Merkel drückt ihr Bedauern aus, De Maizière stellt Vermutungen an und alle Welt ändert das Facebook-Profilbild. Es fühlt sich nicht anders an als all die anderen furchtbaren Nachrichten in Frankreich, Syrien und der Türkei.

Doch einen Unterschied gibt es: Drei Minuten bevor der LKW in die Menge rast und Menschen mit sich in den Tod reißt, waren mein Freund und ich dort. Wir kamen von Forever21 her zum Weihnachtsmarkt geschlendert, die Laune war leicht angeschlagen, weil mein Freund und ich den ganzen Tag unterwegs waren und noch kaum etwas gegessen hatten. Mein Freund überlegte laut, ob wir uns auf dem Weihnachtsmarkt etwas zu essen kaufen sollten. Da ich mich vegetarisch ernähre, habe ich mich dagegen ausgesprochen. Die meisten fleischlosen Gerichte auf dem Weihnachtsmarkt sind ziemlich teuer und da wir grad nicht so flüssig  sind, habe ich darauf bestanden, dass wir etwas von dem Essen kochen, das wir zu Hause haben. Eine kleine Diskussion, die vielleicht eine Minute gedauert hat. Dann haben wir nochmal einen Blick über die Stände geworfen und sind in Richtung Bahnhof Zoo gegangen. Heute wissen wir, dass keine drei Minuten später genau an der Stelle, an der wir kurz zuvor diskutiert hatten, der Wagen zum stehen gekommen war. Wir waren so mit uns selbst beschäftigt, dass wir ihn nicht hätten kommen sehen. Ohne es zu wissen, haben wir in diesem Moment eine Entscheidung getroffen, die unser Leben verändert hat. 

Doch wie lebt man jetzt mit diesem Wissen? Man sollte doch eigentlich meinen, dass man sich erleichtert und dankbar fühlt, an alles denkt, was man im Leben liebt und geradezu glüht vor Wertschätzung. So ist es aber nicht. Es sind die Gesichter der Menschen, die sich ins Gedächnis gebrannt haben und die einen davon abhalten, diesem Erlebnis etwas Gutes, wie Dankbarkeit, abzugewinnen. Menschen, die lachen, Gühwein trinken und an eben jenem Stand essen, den wir nach kurzer Überlegung verlassen haben. Auch wenn sie noch leben, so wurden sie vermutlich verletzt oder haben Dinge im Detail gesehen, die sie für ihr Leben traumatisieren werden. 
Es ist schwer, sich mit dem Gedanken abzufinden, dass eine kleine, so willkürlich erscheinende Entscheidung, über das Sein und Nichtsein entscheiden kann. 
Nichts, aber auch wirklich gar nichts, unterscheidet uns von ihnen. Es ist nicht fair und auch, wenn ich versuchen will, um ihret Willen das Leben nun mehr zu lieben, so ist es auch Schuld, die man vermutlich noch lange mit sich herumtragen wird.

Dass fehlendes Geld, ein Umstand, der meinen Freund und mich oft belastet, gestern ausschlaggebend für unser heutiges Erwachen war, brachte mir zunächst Gedanken in den Kopf, die sich um Sinn und Schicksal drehten. Klar, ein Konstrukt, das auf uns nun gut gepasst hat. Dass wir finanziell so schlecht dastanden, hat uns vor einem schlimmen Schicksal bewahrt und dadurch einen Sinn gehabt. Was aber soll ich denen sagen, die nicht so viel Glück hatten? Hat es einen Sinn gehabt, dass ihnen soetwas furchtbares zugestoßen ist? Nein, natürlich nicht! Wir waren nicht cleverer, weiser oder vorhersehender. Wir hatten nur Glück. Es war purer Zufall. Und das ist, glaube ich, die schlimmste Erkenntnis eines noch schlimmeren Abends. 

Was im Leben ist noch sicher, wenn die Entscheidungen, die wir treffen, oft unbewusste Folgen haben? Von vielen Folgen erfahren wir erst Jahre später, vielleicht aber sogar nie. 
Nur an die Folgen einer Entscheidung werden wir uns noch lange erinnern: Nämlich an die des Mannes, der gestern mutwillig Mord begangen und damit die friedvolle Vertrautheit von Weihnachten angegriffen hat. Ich nutze hiermit mein Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit und richte meine Worte direkt an den Mörder, ob er es nun jemals lesen wird oder nicht:

Ein Mensch, der zu soetwas fähig ist, hat all seine Menschlichkeit verloren. Menschlichkeit zu verlieren bedeutet nicht, dass man Gott näher kommt. Ich weiß nicht, welches Schicksal dich zu einem Mann gemacht hat,  der Wahnsinn Vorzug vor Vernunft gibt. Aber egal, was du dachtest, das deine Tat anrichten würde. Du hast versagt. Die Trauer der Menschen wird sie nur noch stärker, noch liebender und noch hilfsbereiter machen. Wir leben in einer Welt, die deinen Hass und deine Feigheit nicht braucht. In einer Welt, die so viel Liebe zu geben hat, dass sie sogar so gnädig ist, Mitleid mit deiner Armseligkeit zu haben. Ich hoffe inständig, dass du lange lebst, damit du jeden Tag daran erinnert wirst, dass du dich geirrt hast, dass du schwach bist! Was auch immer man dir eingeredet hat: Du wirst niemals ein Held sein.

Abschließend möchte ich noch einmal an all die Menschen denken, deren Gesichter ich kurz vor der Tat gesehen habe:
Der Mann, der undefinierbares Zeug in einem riesigen Wok umgerührt hat.
Die Frau mit der blonden Föhnfrisur, die lang und schlaksig und mit roten Wangen an mir vorbei gewippt ist.
Das alte Pärchen, das versucht hat, die Dosen am Wurfstand abzuwerfen.
Der Mann mit der grauen Mütze, der sich gerade einen Platz am Glühweinstand gesucht hat und in seine Tasse gepustet hat.
Wir hoffen, dass ihr und alle anderen wohl auf seid. Und wünschen euch Kraft, wenn es nicht so ist. Aus unserer Sicht können wir nur sagen, dass es sehr schnell gegangen ist und die Opfer hoffentlich nicht lange gelitten haben.
Wir sind in Gedanken bei euch.






Freitag, 9. Dezember 2016

"Wo bist du Weihnacht?" // Weihnachten in der Zwischenphase

Kennst du diese Szene aus "Der Grinch", in der Cindy Louhou in ihrem Zimmer vor einem Spiegel sitzt und sich haarebürstend fragt, ob Weihnachten sich so sehr verändert hat oder ob sie ist es ist, die es inzwischen einfach anders sieht?
Ich glaube wir alle kennen dieses Gefühl, wenn wir zum ersten Mal wirklich begreifen, dass Weihnachten schneller vorbei ist, als wir gemerkt haben, dass es da war. Dieser Prozess ging bei mir irgendwie nicht schleichend, wie ich es erwarten würde, sondern ganz plötzlich war das Jahr da, indem der 24. vor der Tür stand und man irgendwie noch gar nicht bereit dafür war.

Ich bin das, was Rolf Zuckowski ein "Winterkind" nennt. Das hängt damit zusammen, dass ich mitten im Dezember Geburtstag habe und man sich denken kann, dass das als Kind einfach der Oberknaller war. Es kam mir vor, als gehörte dieser Monat allein mir. Und überall waren wichtige Termine und natürlich Geschenke. Seien es die Adventskalender, Nikolaus, Geburtstag, Weihnachten und dazu noch die verschiedenen Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte, Weihnachtskonzerte und nicht zu vergessen Silvester. Mein Puls war vermutlich dauerhaft auf 180 und obwohl gefühlt jedes Jahr eine Matheklausur an oder unmittelbar um meinen Geburtstag herum fiel, ließ ich mich nie davon abhalten alles in mich aufzusaugen und zu genießen. Kein Geruch und kein Weihnachtslied konnte mir überdrüssig werden. Und wenn die Zeit dann vorbei war, kam sie mir vor wie ein rauschender Traum, der zu turbulent und schön war, um wahr zu sein. 

Doch was ist eigentlich jetzt noch Weihnachten, wo man erwachsen ist und nicht mehr die Eisprinzessin des Dezembers sein kann? Auch wenn ich nicht so tun möchte, als wären mir die Geschenke als Kind nicht wichtig gewesen, so sind sie nicht das elementare Puzzleteil, was im Laufe der Zeit zu kurz gekommen sein könnte. Denn ja, so viel wie Dankbarkeit und Idealismus in Weihnachtsfilmen gelehrt wird, kommt man wirklich nicht umhin, sich schon früh des wahren Zaubers um Weihnachten bewusst zu werden. Aber meine kindliche Erkenntnis diesbezüglich ging dahin, dass mit der Besonderheit dieser Jahreszeit die, ich nenne sie mal, "Gnädigkeit" der Leute gemeint ist. Der Stress und die schlechte Laune scheinen abzuprallen, Eltern nehmen sich mehr Zeit, zerstrittene reißen sich am Riemen und Menschen tun plötzlich Dinge, die sie normalerweise nicht tun würden. 
Als Kind hatte ich das Gefühl, dass die Weihnachtszeit den Lauf der Dinge bis ins unerträgliche verlangsamt hat. Je mehr man auf die Ereignisse hingefiebert hat, umso mehr Zeit ließen sie sich, um in Erscheinung zu treten. Heute jedoch schaue ich auf den Kalender und es ist, als würden mir die Schuppen von den Augen fallen. Es ist beinahe schon mitte Dezember, mein Geburtstag ist bereits nächste Woche und Weihnachten schon kurz danach. Vor Lauter Panik renne ich zum Sekundenzeiger und versuche ihn festzuhalten, zerre mit aller Kraft an ihm, doch er lässt sich nicht beirren und schlägt laut und kräftig die nächste Sekunde an. Neulich habe ich mich dabei erwischt, wie ich mich dazu gezwungen habe, Weihnachtsmusik zu hören, um so richtig in festliche Stimmung zu kommen. Auch die Kerze mit dem Duft gebrannter Mandeln wollte einfach nicht helfen. 

Also, nun, was ist es, das inzwischen anders geworden ist? Der Tannenbaum duftet genauso gut wie früher, das Keksebacken mit Freunden macht immernoch viel Spaß und die Weihnachtslieder bohren sich nach wie vor, wie Würmer in mein Ohr. Neben dem Studium habe ich viel mit Kindern zu tun. Keines von ihnen glaubt noch an den Weihnachtsmann, doch haben sie ihre Vorfreude nicht verloren. 
Ich glaube inzwischen ist mir bewusst geworden, dass es unsere Eltern sind, die die Weihnachtszeit zu dem gemacht haben, was sie war. Ein jedes Kind wird zur Weihnachtszeit zu einem Winterkind, zum König und zur Königin dieser Zeit. Alles drehte sich um uns, was wir bastelten, was wir uns wünschten und was wir aufführten. Doch wenn wir erwachsen werden, verlieren wir ein wenig diesen Status. Mit jedem Jahr, das vergeht, werden wir unsichtbarer und es ist an uns, den Kindern der nächsten Generation ein ähnliches Gefühl zu geben und ihnen diesen Zauber der Wichtigkeit zu ermöglichen.

Ich persönlich habe noch keine Kinder und sehe mich damit in einer Art Zwischenphase. Verzaubert bin ich nicht mehr, aber den Zauberstab selber schwingen kann ich auch noch nicht. Was tut man in diesem Fall? Man ist eben ein paar Jahre verwirrt und versucht sich das beste aus beiden Welten zusammen zu klauben. 

Wie fühlt sich Weihnachten für dich inzwischen an?

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